Q1 / 2026
Danitsa
Danitsas musikalische Reise begann bereits früh und führte sie von Genf über Paris und London bis auf eine internationale Bühne. Ihren Stil beschreibt sie als Fusion aus R&B, Soul, Reggae und Hip Hop – stark geprägt von Black Music. Ein wichtiger Wendepunkt kam mit der Unterzeichnung beim britischen Label Big Dada, das zu Ninja Tune gehört. Auf der Suche nach dem richtigen Label hatte Danitsa bewusst darauf gewartet, ein Team zu finden, das ihre internationale Vision unterstützt. Heute arbeitet sie mit Teams in England, den USA, Deutschland und der Schweiz, gemeinsam mit einem Manager und ihrer jüngeren Schwester Lhiya, die als künstlerische Leiterin an ihrer Seite steht. Nach ihrem Album Sycle von 2021 und rund 80 Konzerten in Europa war für Danitsa jedoch klar, dass sie eine Pause brauchte.
Diese Pause dauerte schliesslich drei Jahre und wurde zu einer wichtigen persönlichen und kreativen Phase. Nach den vielen Konzerten fühlte sich Danitsa erschöpft und nicht mehr inspiriert. Gleichzeitig musste sie eine Trennung verarbeiten, die sie emotional stark belastete. Sie begann, ihre Gedanken und Gefühle in einem Notizbuch festzuhalten. Aus den geschriebenen Emotionen entstanden nach und nach Songs – und das Schreiben wurde für sie zu einer Art Therapie. Die Musik gab ihr die Möglichkeit, Dinge auszudrücken, die sie nicht anders loswerden konnte. Gleichzeitig wollte sie sich bewusst vom Druck der sozialen Medien und den Erwartungen der Musikindustrie distanzieren. Statt täglich präsent zu sein, wollte sie ihr Leben leben, ihre Geschichte für sich aufschreiben und sich auf die Musik konzentrieren.
Besonders deutlich wird diese persönliche Entwicklung in ihrem Song Miss Yo. Der Song entstand aus der Sehnsucht nach einem Ex-Partner, den Danitsa während dieser drei Jahre nicht vergessen konnte. Sie wollte ihm über die Musik mitteilen, wie sehr er ihr fehlte, und hoffte sogar, dass der Song irgendwann überall – im Radio, Fernsehen oder in Werbung – zu hören sein würde. Gleichzeitig war die Veröffentlichung für sie ein Befreiungsschlag. Auch musikalisch wollte sie die Emotionen des Songs möglichst stark transportieren. Gemeinsam mit den Produzenten Camporeal und Basil Peter entstand der Track zunächst ohne Trompete. Erst später merkte Danitsa, dass ihm eine bestimmte Emotion fehlte. Der Pariser Trompeter Béesau brachte schliesslich genau diese zusätzliche Tiefe in den Song. Innerhalb einer einzigen Studiosession entstand ein Trompetensolo, das für Danitsa die emotionale Seite des Stücks noch verstärkte.
Eine zentrale Rolle in Danitsas kreativer Welt spielt ihre jüngere Schwester Lhiya. Sie begleitet Danitsa bereits seit deren ersten Konzerten und kennt ihre musikalische Entwicklung seit ihrer Kindheit. Heute arbeitet sie als ihre künstlerische Leiterin und übersetzt Danitsas Ideen in Bilder. Gemeinsam tauchen die beiden in Erinnerungen ein, schauen Filme, suchen nach Farben und entwickeln Visuals, die von ihren persönlichen Geschichten und kulturellen Wurzeln inspiriert sind. Gelb, Grün, Rot und Blau, Sonne und Meer gehören ebenso zu ihrer visuellen Welt wie Zeichentrickfiguren, Hüte und Referenzen an Dinge, mit denen sie aufgewachsen sind. Gleichzeitig haben die beiden mit Boukiks Records ein eigenes Musiklabel gegründet. Ihr Ziel ist es, Schweizer Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen, ihnen eine Plattform zu geben und ihre Musik auch international sichtbar zu machen.
2026 markiert für Danitsa schliesslich den Beginn eines neuen Kapitels. Während ihrer dreijährigen Pause nahm sie rund sechzig Songs auf, aus denen sie etwa zwanzig für ihr neues Projekt auswählte. Dabei arbeitete sie sowohl mit Schweizer als auch mit internationalen Künstlern und kehrte bewusst zu ihren musikalischen Wurzeln zurück: dem Reggae. Für Danitsa ist dieses Projekt deshalb auch eine Rückkehr zu der Künstlerin, die sie ursprünglich war. Gleichzeitig möchte sie sich nicht auf die Frage reduzieren lassen, ob sie eine Schweizer oder eine internationale Künstlerin ist. Für sie entstehen neue Möglichkeiten durch Verbindungen, Zusammenarbeit und den Mut, selbst den ersten Schritt zu machen. Ihre Botschaft richtet sich dabei nicht nur an andere Musikerinnen und Musiker, sondern an alle Menschen mit einem Talent, einem Traum oder einer Idee: Man sollte es versuchen, auch wenn nicht garantiert ist, dass es funktioniert. Denn allein der Versuch kann bereits etwas in Bewegung bringen. Erst vergangene Woche, am Freitag, hat Danitsa zudem ihren neuen Song BPM veröffentlicht und damit den nächsten Schritt in ihrem musikalischen Comeback eingeläutet.
English
Danitsa’s musical journey began early and eventually took her from Geneva to Paris and London and onto an increasingly international stage. She describes her sound as a fusion of R&B, Soul, Reggae and Hip Hop, deeply rooted in Black music. A major turning point came when she signed with Big Dada, the British label that is part of Ninja Tune. Danitsa had waited a long time to find the right label because she always wanted her music to have an international dimension. Today, she works with teams in England, the United States, Germany and Switzerland, alongside an incredible manager and her younger sister Lhiya, who is her creative director. After releasing her album Sycle in 2021 and playing around 80 concerts across Europe, however, Danitsa realised that she needed to step back.
That break eventually lasted three years and became an important period of both personal and creative transformation. After years of performing, Danitsa felt exhausted and no longer inspired. At the same time, she was dealing with a painful breakup. She began writing down her thoughts and emotions in a notebook, and those words gradually turned into songs. Writing became a form of therapy, allowing her to express emotions that she could not otherwise let go of. At the same time, she consciously distanced herself from the pressure of social media and the expectations surrounding artists today. Instead of constantly being visible, she wanted to live her life, experience reality and tell her story privately on paper. The time away from the spotlight allowed her to focus on healing and on creating music that genuinely felt like her.
That personal journey is particularly present in her song Miss Yo. The track grew out of her longing for an ex-partner she had been unable to forget during those three years. She wanted to tell him how much she missed him through the only language that felt natural to her: music. She even imagined the song being played everywhere — on the radio, on television and in advertisements — so that the message would reach him. At the same time, releasing the song became a form of liberation. Musically, Danitsa also wanted to make the emotion as powerful as possible. The track was originally created with producers Camporeal and Basil Peter, but months later she felt that something was missing. She thought of the trumpet, an instrument she describes as something that almost cries. Paris-based trumpet player Béesau was invited to the studio, and within an hour he recorded a remarkable solo that added another emotional layer to the song.
Danitsa’s younger sister Lhiya plays a central role in shaping the visual world around the music. She has been part of Danitsa’s journey since the very beginning, watching her perform her first concerts when Lhiya was only six years old. Today, she works as Danitsa’s creative director and turns her ideas and memories into images. Their creative process often begins with long conversations, films, walks through the city and a search for colours and references. Yellow, green, red and blue, as well as the sun and the sea, have become recurring elements. Their visuals also draw from Danitsa’s diverse roots — French, Serbian, Chadian, Congolese and Spanish — as well as from childhood memories and pop-cultural references such as cartoons and Looney Tunes. Together, the sisters have also founded Boukiks Records, with the ambition of supporting Swiss artists and helping their work reach audiences both in Switzerland and internationally.
For Danitsa, 2026 represents the beginning of a new chapter. During her three-year break, she recorded around sixty songs and eventually selected roughly twenty for the new project. She worked with both Swiss and international artists and deliberately returned to her musical roots: Reggae. In many ways, the project represents a return to the artist she feels she has always been. At the same time, Danitsa does not want to define herself simply as either a Swiss or an international artist. For her, the important thing is to create connections, collaborate and be willing to make the first move. Her message extends beyond music: if you have a talent, a dream or simply an idea, you should not immediately tell yourself that it is impossible. You have to try. And even if it does not work out, the attempt itself can become the beginning of something new. Just last Friday, Danitsa also released her new song BPM, marking another step forward in her musical comeback.
Curated by: Gabriela Mennel
Written by: Gabriela Mennel
Pictures by: Dafina Haziraj
Video by: Umut Balcin
