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Q1 / 2026

ALTEA

Mit gerade einmal 21 Jahren weiss Altea bereits, dass Musik für sie mehr bedeutet, als sich einem bestimmten Genre unterzuordnen. Als Sängerin und Artist bewegt sie sich zwischen R&B, Afro und verschiedenen anderen Einflüssen, ohne sich dabei musikalisch festlegen zu wollen. Für sie muss Musik vor allem eines sein: ehrlich.

Auch ihre Entscheidung, zunehmend auf Schweizerdeutsch zu singen, ist Teil dieser Suche nach Authentizität. Altea ist mit Schweizerdeutsch aufgewachsen und träumt sogar in dieser Sprache. Deshalb fühlt es sich für sie natürlicher an, ihre Gefühle darin auszudrücken. Trotzdem möchte sie sich nicht auf eine einzige Sprache beschränken. Englisch, Französisch und weitere Einflüsse bleiben Teil ihrer musikalischen Welt.

Für Altea entscheidet nicht die Sprache darüber, ob ein Song funktioniert. Gute Musik bleibt gute Musik – entscheidend ist, was sie bei den Menschen auslöst.

Wenn Altea auf ihre ersten Veröffentlichungen zurückblickt, erkennt sie deutlich, wie viel sich inzwischen verändert hat. Der Start war nicht immer einfach. Bei ihrer ersten Single "My Mind" wollte sie vieles besonders gut machen und setzte sich dadurch selbst unter Druck. Als der Song am Release-Tag sogar verspätet erschien, geriet sie zunächst in eine kleine Krise.

Heute kennt sie den Ablauf deutlich besser. Vom Studio über die Aufnahme bis hin zum Mixing und Mastering fühlt sich der Prozess inzwischen viel natürlicher an. Die Unsicherheit ist zwar nicht vollständig verschwunden, doch Altea hat gelernt, dass eine musikalische Karriere Zeit braucht.

Deshalb ist ihr wichtigster Rat an Menschen, die selbst mit Musik anfangen wollen, denkbar einfach: anfangen. Ein Song muss nicht zu hundert Prozent perfekt sein, bevor er veröffentlicht werden darf. Denn Perfektion kann auch verhindern, dass man überhaupt den ersten Schritt macht. Entwicklung entsteht erst, wenn man beginnt.

Eine besondere Rolle in Alteas bisheriger Karriere spielt "Schmerz". Der Song steht für einen wichtigen Wendepunkt: den Moment, in dem sie begann, ihre Musik stärker auf Schweizerdeutsch auszudrücken.

Geschrieben wurde der Song in einer sehr persönlichen Situation. Altea sass in ihrem Badezimmer und verarbeitete ihren eigenen Herzschmerz. Es gab keinen konkreten Plan, plötzlich auf Schweizerdeutsch zu schreiben. Der Song entstand einfach aus dem Moment heraus – und genau deshalb fühlt er sich für sie so authentisch an.

Gleichzeitig besitzt "Schmerz" eine starke Verbindung zur Schweiz. Die Erwähnung des Zürichsees beispielsweise schafft Bilder und Bezüge, die nur Menschen aus der Schweiz unmittelbar verstehen können. Altea hatte deshalb schon nach dem Schreiben das Gefühl, dass sich viele Menschen mit dem Song identifizieren könnten.

Aus einer sehr persönlichen Erfahrung entstand so ein Lied, das gleichzeitig etwas Universelles trägt: das Gefühl von Liebeskummer und den Versuch, damit umzugehen.

Diese persönliche Verbindung zieht sich auch durch ihr gesamtes Projekt Chunt vo Herze. Statt einer klassischen EP-Releaseparty entschied sich Altea bewusst für eine Thanks Party. Dabei sollte nicht nur ihre Musik im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem die Menschen, die sie auf ihrem Weg unterstützt und zum Projekt beigetragen haben. Für Altea war es wichtig, diesen Menschen persönlich Danke zu sagen und den Release gemeinsam in einem intimen und persönlichen Rahmen zu feiern. Dass schliesslich mehr Menschen kamen als erwartet und sie nicht einmal allen persönlich Hallo sagen oder Danke sagen konnte, machte den Abend für sie zu einem besonderen Erlebnis.

Auch Zusammenarbeit spielt in Alteas musikalischem Weg eine wichtige Rolle. Die Verbindung zu Jamal entstand eher zufällig. Seine Schwester stiess auf ein TikTok von Altea, in dem sie den Entstehungsprozess von Schmerz zeigte, und schickte es ihm. Kurz darauf nahm Jamal Kontakt zu ihr auf.

Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich eine längerfristige Zusammenarbeit. Altea beschreibt Jamal dabei nicht nur als musikalischen Partner, sondern auch als eine Art Mentor, der sie auf ihrem Weg begleitet und ihr geholfen hat, ihre ersten Schritte im Schweizer R&B zu machen.

Für Altea zeigt diese Zusammenarbeit, wie viel Potenzial in der Schweizer Musikszene steckt. Sie war überrascht, wie viele talentierte Artists sie dort kennengelernt hat. Was ihrer Meinung nach noch fehlt, ist mehr Unterstützung – und vor allem mehr Zusammenarbeit. Denn wenn Künstlerinnen und Künstler ihre unterschiedlichen Stärken miteinander verbinden, kann daraus etwas entstehen, das allein vielleicht nicht möglich gewesen wäre.

Im Zentrum von Alteas Musik stehen ihre eigenen Erlebnisse. Familie, Freundschaften, Liebe und persönliche Herausforderungen sind wichtige Quellen ihrer Inspiration. Sie beschreibt ihre Musik fast wie ein Tagebuch: Sie nimmt Dinge aus ihrem Alltag, verarbeitet ihre Gefühle und verwandelt sie in Songs.

Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei ihr Vater. Er unterstützt sie schon seit ihrer Kindheit – lange bevor aus ihrer Leidenschaft eine mögliche Karriere wurde. Schon als kleines Kind veranstaltete Altea für ihn ihre eigenen Shows und wollte, dass er sie dabei filmt. Seine Unterstützung ist bis heute geblieben.

Für die Zukunft wünscht sich Altea vor allem, dass Menschen durch ihre Musik einen Teil von ihr kennenlernen können. Dabei spielt es für sie keine entscheidende Rolle, ob jemand jedes Wort versteht oder dieselbe Sprache spricht. Wichtig ist, dass die Emotion ankommt.

Denn Musik soll für Altea mehr sein als Unterhaltung. Sie kann Menschen beruhigen, glücklich oder traurig machen, Erinnerungen auslösen und ihnen vielleicht sogar dabei helfen, mit ihren eigenen Gefühlen umzugehen. Genau darin liegt für sie die Kraft von Musik: Sie kommt von Herzen – und darf dort auch bei anderen Menschen ankommen.

English

Finding Her Own Voice

At just 20 years old, Altea already knows that music is about more than fitting into a certain genre or following a predefined path. As a singer and artist, she moves between R&B, Afro and different influences without wanting to put strict boundaries around her sound. For her, music has to feel honest before it has to fit a label.

Her decision to increasingly create music in Swiss German is also part of that search for authenticity. Altea grew up with the language and even dreams in Swiss German, which makes it feel like the most natural way for her to communicate certain emotions. At the same time, she does not want to limit herself to one language. English, French and other influences remain part of her creative world.

For Altea, good music does not depend on the language it is sung in. What matters is whether people can feel something when they listen.

Growing Beyond the First Release

Looking back at her first releases, Altea can clearly see how much she has changed. The beginning was not always smooth. With her debut single My Mind, she put a lot of pressure on herself because she wanted everything to be right. When the song was released later than expected, the situation even turned into a small crisis.

Today, the process feels much more familiar. From recording in the studio to finishing and releasing a track, she understands the different steps much better. The uncertainty has not disappeared completely, but she has learned that building a career in music takes time.

Her advice to anyone thinking about starting a career in music is therefore simple: just start. A song does not need to be perfect before it deserves to be released. Waiting for everything to be flawless can prevent artists from taking that first step. For Altea, growth only happens once you allow yourself to begin.

When Emotion Becomes a Song

One of the most meaningful songs in Altea's journey so far is Schmerz. The track represents a turning point in her career – the moment when she began expressing her music more strongly in Swiss German.

The song was written during a deeply personal moment. Sitting in her bathroom and dealing with heartbreak, Altea simply started writing. There was no plan to create a Swiss German song. The language emerged naturally from the emotion itself.

At the same time, Schmerz carries a distinctly Swiss identity. References such as Lake Zurich create a connection that listeners from Switzerland can immediately recognise. After writing the song, Altea felt that people across the country could relate to what she had put into it.

What began as a very personal experience therefore became something much more universal: a song about heartbreak, emotions and the experiences that connect people.

That personal approach also shaped the release of her project Chunt vo Herze. Rather than simply organising a traditional EP release party, Altea chose to turn the occasion into a Thanks Party. The event was her way of bringing together the people who had supported her and contributed to the project, giving her the opportunity to thank them personally and celebrate the release together in an intimate setting. More people showed up than she had expected, to the point where she was not even able to say hello or thank everyone individually. For Altea, that made the evening an especially memorable moment in her journey.The Power of Collaboration

Collaboration has become an important part of Altea's musical journey. Her connection with Jamal began unexpectedly, when his sister came across a TikTok showing Altea's creative process behind Schmerz. She sent it to him, he reached out, and a new creative partnership began.

Since then, Jamal has become more than a collaborator. Altea describes him as a mentor who has supported her musically and helped her take important steps within the Swiss R&B scene.

Their creative process works in both directions. Sometimes Jamal hears a track and knows that Altea's voice belongs on it. At other times, she hears a song and feels that it needs a line from him. Their collaboration has also shown Altea how much talent exists within Switzerland's music scene.

What she feels is missing is not talent, but support and connection. There are countless artists with different perspectives and sounds, and Altea believes that more collaboration could create something truly special.

Music That Stays Personal

At the centre of Altea's music are her own experiences. Family, friendships, love and everyday challenges all become sources of inspiration. She sees music almost like a diary – a place where she can process the things happening in her life and turn emotions into something others can experience.

Her father has played a particularly important role throughout that journey. He has supported her since childhood, long before music became a potential career. Even as a young girl, Altea would put on little shows for him and ask him to sit down, watch and film her performances. His support has remained a constant ever since.

Looking ahead, Altea hopes that people will be able to discover a part of who she really is through her music. They do not necessarily have to understand every word or even speak the same language. What matters is that they feel the emotion behind it.

Because for Altea, music is more than entertainment. It can comfort people, make them happy or sad, bring back memories and perhaps even help them through difficult moments. Above all, it is something that comes from the heart – and hopefully finds its way into someone else's.

Curated by: Gabriela Mennel

Written by: Gabriela Mennel

Pictures by: Dafina Haziraj

Video by: Umut Balcin

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